ROCA® (Risk of Ovarian Cancer Algorithm) ist ein Test zur Bestimmung des individuellen Risikos für Eierstockkrebs.
Jedes Jahr wird in der Schweiz bei über 600 Frauen Eierstockkrebs diagnostiziert1. Frauen mit einer pathogenen BRCA1- oder BRCA2-Mutation sind stärker gefährdet, und die Identifizierung dieser Personen durch einen Gentest kann dazu beitragen, das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, durch präventive Massnahmen und/oder Überwachung zu senken.
Wenn der Test positiv auf eine pathogene Variante von BRCA1/2 reagiert, kann den Frauen eine vorbeugende Operation empfohlen werden, bei der die Eierstöcke und Eileiter entfernt werden, was jedoch zu einer vorzeitigen Menopause und einem Verlust der Fruchtbarkeit führen kann. Für Frauen, die sich keiner vorbeugenden Operation unterziehen können oder sich für eine Verzögerung des Eingriffs entscheiden, stellt der ROCA®-Test eine sinnvolle Screening Option dar.
Der ROCA® Test ist im Allgemeinen für Frauen zwischen 35 und 85 Jahren mit einer bekannten pathogenen Variante in den Genen BRCA1 oder BRCA2 bestimmt, obwohl er auch bei Frauen mit pathogenen Varianten in anderen Genen, die mit Eierstockkrebs in Verbindung gebracht werden (z. B. PALB2, BRIP1, RAD51C, RAD51D, MLH1, MSH2, MSH6, EPCAM), und/oder bei Frauen mit einem hohen CanRisk-Score durchgeführt werden kann.
Der Test verwendet einen proprietären Algorithmus zur Berechnung des Eierstockkrebsrisikos, der die Veränderungen der Blutspiegel des Krebsantigens 125 (CA-125) in Viermonatsintervallen mit dem Alter und anderen klinischen Faktoren kombiniert. Im Anschluss an einen ROCA®-Test werden Frauen in drei Risikogruppen eingeteilt: normal, mittel und hoch. Je nach Risikogruppe und in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt kann empfohlen werden, den ROCA-Test in kürzeren Abständen zu wiederholen oder eine transvaginale Ultraschalluntersuchung (TVUS) durchzuführen, bevor andere Optionen besprochen werden.